Dirk Schneider Bariton – Diplom Gesanglehrer – Chorleiter

Seit Dezember 2014 leitet er den Männerchor des MGV 1845 Münster Dirk Schneider  Bariton – Diplom Gesanglehrer - Chorleiter

Seit Dezember 2014 leitet er den Männerchor des MGV 1845 Münster
Dirk Schneider Bariton – Diplom Gesanglehrer – Chorleiter

Dirk Schneider,
geboren in Pirmasens, studierte zunächst Schulmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Die Liebe zum Gesang geweckt, schloss sich ein Studium der Diplom- Gesangspädagogik und ein Masterstudium Konzertgesang bei Prof. Henriette Meyer-Ravenstein an, welches er 2011 abschloss.

Wichtige Impulse für seine künstlerische Arbeit erhielt er in Meisterkursen u.a. bei Kammersänger Kurt Moll, James Taylor, Eva Marton und im Jazz und Popbereich bei The Real Group und Maybebop.

Dirk Schneiders künstlerischer Schwerpunkt ist der Konzert- und Liedgesang, der ihn zu der Neuen Philharmonie Frankfurt, Helmut Rilling, Hermann Max, Claus Bantzer, Michael Alber und vielen anderen führte. Neben seiner oratorischen Konzerttätigkeit ist er immer auf der Suche nach interessanten Konzepten für Liederabende. So gestaltete er in den letzten Jahren Schuberts Winterreise in einer szenischen Fassung mit Schauspielern wie Christian Brückner, Felix von Manteuffel, Ulrich Matthes, Jens Harzer und Leslie Malton in vielen Großstädten im In- und Ausland.

Neben seiner solistischen Tätigkeit spielt auch der Ensemblegesang eine wichtige Rolle. Daher ist er regelmäßiger Gast in professionellen Chören wie der Rheinischen Kantorei und dem Orpheus Vokalensembles, deren künstlerische Arbeit durch zahlreiche Aufnahmen dokumentiert ist.

2014 gründete er mit drei liebgewonnenen Kollegen das a cappella Quartett Mainhattan Voices, welches mit raffinierten und anspruchsvollen Pop und Jazzarrangements zu unterhalten weiß.

Aber auch der pädagogische Bereich kommt nicht zu kurz. So ist Dirk Schneider als Gesanglehrer tätig und hat einen Lehrauftrag an der Musikschule in Dreieich.

Dirk Schneider hat in den letzten Jahren viel Erfahrung als Chorleiter in allen möglichen Gattungen gesammelt. Seit 2012 ist er Leiter des Popchores ConFuego in Dieburg, dessen Gründung er maßgeblich mitgestaltet hat.

Und nun freut er sich darauf den MGV Münster fit für die Zukunft zu machen. Mit einer fundierten musikalischen Arbeit, Engagement und neuen Ideen wird er alles daran setzen den Männerchor weiter zu entwickeln.

Im Interview mit Dirk Schneider

Dirk Schneider – Bariton, Diplom Gesanglehrer und Chorleiter – hat im Dezember 2014 die musikalische Gesamtverantwortung beim MGV 1845 Münster e.V. übernommen. Im Interview äußert er sich zur Entwicklung des Chorgesangs im Allgemeinen und zu seinen Erwartungen und Zielen mit seinem neuen Chor in Münster. 

Herr Schneider, die große Zeit des Männerchorgesangs ist angeblich schon lange vorbei. Fehlender Nachwuchs und Überalterung der Männerchöre werden allseits beklagt. Was reizt Sie, als jungen Musiker, in eine aussterbende „Gattung“ zu investieren?
Sicher werden viele Männergesangvereine aussterben, was allerdings nicht zwingend etwas mit der Gattung Männerchor zu tun hat. Viele Männerchöre orientieren sich mit ihrem Repertoire an den Liedern, die ihnen in ihrer Jugend Spaß gemacht haben, ohne zu bedenken, dass sich die Chorwelt in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Ich glaube, dass innovative Vereine von diesem Aussterben nicht betroffen sind. Ich als Chorleiter freue mich darauf ein Konzept für den MGV umzusetzen, das ihn langfristig attraktiv macht. Dann hat sich auch das mit dem Aussterben erledigt.

Gibt es aus Ihrer Sicht Möglichkeiten, die negative Entwicklung im Männerchorwesen aufzuhalten und welche Impulse oder Maßnahmen sind hierfür erforderlich?
Für einen modernen Gesangverein, besonders für einen Männerchor, ist es essentiell, innovative Angebote zu machen. Nur wenn der Chor es schafft neuere Literatur in sein Repertoire zu nehmen, hat man eine Chance, jüngere Sänger zu gewinnen. Viele Männerchöre verschließen sich vor allem, was sie nicht kennen und grenzen damit jüngere Sänger aus. Eine gewisse Neugier und die Bereitschaft Neues auszuprobieren ist die beste Lebensversicherung für einen Chor.

Wo sehen Sie ganz allgemein den Männerchorgesang in fünf bis zehn Jahren und speziell ihren neuen Chor, den Männerchor des MGV 1845 Münster?
Ich denke, dass sich die Zahl der Männerchöre drastisch reduzieren wird und nur diejenigen übrig bleiben, die gute Konzepte gefunden haben, eine möglichst breite Altersspanne anzusprechen. Aktuell sind wir im MGV dabei das Repertoire sanft zu verjüngen, so dass für jeden etwas dabei ist. Es gibt traumhaft schöne Stücke vergangener Jahrhunderte, auf die natürlich niemand verzichten möchte. Aber ich glaube auch, dass man die jüngere Generation bei ihren Hörgewohnheiten abholen muss. Und diese sind nun mal mit Popmusik wesentlich vertrauter. Die Vermittlung, das Männerchor auch modern sein kann, wird unsere große Aufgabe für die nächsten Jahre sein.

Was waren Ihre Beweggründe, sich beim MGV 1845 Münster zu engagieren und welche Erwartungen verbinden Sie ganz persönlich mit diesem Engagement?
Ich habe das „Men around the World“-Projekt mitverfolgt und muss sagen, dass ich das wirklich großartig fand. Mit neuerer Literatur, neue Sänger für das Singen begeistern – das ist dem MGV besonders gut gelungen. Ich persönlich war auf der Suche nach einem Chor, der wertschätzend mit allen umgeht, innovativ sein möchte, engagiert ist und bei dem man spürt, dass jeder sich weiterentwickeln möchte. Ich glaube da bin ich jetzt gut aufgehoben.

Welche Ziele verfolgen Sie vorrangig mit ihrem neuen Verein?
Mir geht es gerade darum, das Beste aus beiden Welten im MGV zu vereinen. Oft wird Klassik und Pop gegeneinander ausgespielt. Ich denke aber, dass es in beiden Bereichen Lieder gibt, die so gut sind, dass sie ältere und jüngere Sänger begeistern. Einen solchen Mix strebe ich für die Zukunft an, um die größte Boygroup Südhessens noch ein bisschen größer zu machen.

Schildern Sie uns Ihre ersten Eindrücke in den Proben mit dem Männerchor?
Der Umgang miteinander ist wirklich sehr herzlich. Man spürt, dass die Sänger sich alle Mühe geben alles umzusetzen, auch wenn vieles sicher neu und ungewohnt ist. Herzlichkeit gepaart mit Engagement. Was will man mehr?

Gibt es wesentliche Unterschiede in der Probenarbeit mit einem Popchor, wie „ConFuego“ in Dieburg und einem Männerchor? Wo liegen die Unterschiede?
ConFuego und mein Männerchor verfolgen zwei verschiedene Konzepte. ConFuego ist ein Chor der sich ausschließlich der Pop- und Jazzliteratur widmet. Die Mitglieder wurden alle in Vorsingen von mir ausgewählt und sind dazu verpflichtet sich zu Hause vorzubereiten, da die komplexen vier bis acht-stimmigen Arrangements sonst alleine in der Probe nicht umsetzbar sind. Trotzdem kommt es auch bei ConFuego darauf an, dass alle Spaß beim gemeinsamen Singen haben. Beim MGV gibt es keine Beschränkungen. Jeder kann mitsingen und muss sich nicht zu Hause vorbereiten. Daher sind auch die Arrangements einfacher gehalten. Aber egal was es ist: Schön muss es klingen! Daher ist die Art der Probe ähnlich.

Bei Ihrer Vita, könnte man glauben, das Leben das Dirk Schneider besteht ausschließlich aus Musik und Gesang! Gibt es neben der Musik noch andere Interessen oder Engagements?
Das ist das übliche Problem der Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. In der Tat dreht sich ganz vieles in meinem Leben um das Thema Musik. Aber es gibt natürlich auch noch andere Leidenschaften. Gutes Essen, guter Wein, ein guter Scotch… 

Vielen Dank, Herr Schneider!
Die Fragen stellte der Pressesprecher des MGV 1845 Münster, Alex Pistauer.